03.07.2026 - Neue Übersichtsarbeit bestätigt die Bedeutung körperlicher Bewegung bei Depressionen
Eine im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychiatry veröffentlichte Übersichtsarbeit untersucht die Wirksamkeit körperlicher Bewegung bei diagnostizierten depressiven Erkrankungen und Angststörungen. Die Wissenschaftler werteten neun bereits veröffentlichte systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen aus.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass regelmäßige körperliche Aktivität depressive Symptome vermindern kann. Besonders für Ausdauertraining fanden sich günstige Ergebnisse. Die Autoren betonen allerdings, dass sich die Qualität der untersuchten Studien erheblich unterscheidet und manche Ergebnisse mit methodischen Unsicherheiten verbunden sind.
Die Untersuchung unterstützt die Einbeziehung körperlicher Bewegung in ein umfassendes Behandlungskonzept. Bewegung wird dabei nicht als allgemeiner Ersatz für Psychotherapie oder Medikamente verstanden, sondern als ergänzende Maßnahme, die an die körperliche Leistungsfähigkeit und den Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden sollte.
Für die naturheilkundliche Behandlung ist insbesondere die Verbindung zwischen körperlicher Aktivität, Schlaf, Belastbarkeit und seelischer Stabilisierung interessant. Bereits regelmäßige Spaziergänge können für erschöpfte Patienten einen geeigneten Einstieg darstellen. Entscheidend ist eine realistische Belastung, die den Patienten unterstützt, statt ihn zusätzlich zu überfordern.
Die vollständige wissenschaftliche Veröffentlichung finden Sie unter Frontiers in Psychiatry.
31.03.2026 - Große Forschungsübersicht untersucht Sport bei Depressionen und Angststörungen
Eine im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Forschungsübersicht beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung körperliche Bewegung für die Behandlung depressiver Symptome und Angstbeschwerden besitzt. Die Wissenschaftler führten Ergebnisse aus bereits bestehenden Metaanalysen zusammen und berücksichtigten unterschiedliche Altersgruppen und Belastungsformen.
Die Untersuchung zeigt insgesamt günstige Auswirkungen körperlicher Aktivität auf depressive und ängstliche Beschwerden. Dabei ist die Wirkung nicht bei jedem Patienten gleich ausgeprägt. Alter, gesundheitliche Voraussetzungen, Art der Bewegung und die Intensität des Trainings können eine Rolle spielen.
Interessant ist dabei die Frage, welche Form der Bewegung ein Patient tatsächlich dauerhaft in seinen Alltag integrieren kann. Ein theoretisch besonders wirksames Trainingsprogramm besitzt nur begrenzten Nutzen, wenn es aufgrund von Erschöpfung, Schmerzen oder fehlender Motivation nicht durchgeführt wird.
Gerade bei Depressionen kann deshalb ein schrittweiser Aufbau körperlicher Aktivität sinnvoll sein. Kleine, regelmäßig durchgeführte Belastungen können helfen, wieder persönliche Handlungsfähigkeit und Vertrauen in die eigene Belastbarkeit zu entwickeln.
Die Veröffentlichung ist beim National Library of Medicine dokumentiert.
21.01.2025 - Esketamin erhält in den USA eine erweiterte Zulassung bei therapieresistenter Depression
Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat im Januar 2025 die Anwendung des Esketamin-Nasensprays Spravato als eigenständige medikamentöse Behandlung für bestimmte erwachsene Patienten mit therapieresistenter Depression zugelassen. Zuvor war die Behandlung in dieser Indikation an die gleichzeitige Einnahme eines oralen Antidepressivums gebunden.
Esketamin unterscheidet sich in seinem Wirkmechanismus von vielen klassischen Antidepressiva. Während zahlreiche herkömmliche Medikamente vor allem auf die Signalübertragung durch Serotonin oder Noradrenalin einwirken, beeinflusst Esketamin das Glutamatsystem des Gehirns.
Bei bestimmten Patienten kann die antidepressive Wirkung vergleichsweise rasch einsetzen. Die Behandlung erfordert jedoch besondere ärztliche Überwachung, unter anderem wegen möglicher Blutdruckanstiege, dissoziativer Symptome und vorübergehender Beeinträchtigungen des Bewusstseins.
Die amerikanische Zulassung ist nicht mit den jeweils geltenden europäischen oder deutschen Zulassungsbedingungen gleichzusetzen. Für die Behandlung in Deutschland sind die hier gültigen Anwendungsgebiete und Sicherheitsvorgaben maßgeblich.
Über die amerikanische Zulassungsentscheidung berichtete Reuters.
November 2024 - Wissenschaftliche Übersichtsarbeit untersucht Hypnose bei Depressionen
Eine im November 2024 in der Fachzeitschrift Complementary Therapies in Clinical Practice veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit beschäftigt sich mit der Wirksamkeit von Hypnose bei depressiven Erkrankungen. Die Forscher untersuchten randomisierte klinische Studien der vergangenen zwanzig Jahre und bewerteten sowohl die Ergebnisse als auch die methodische Qualität der Untersuchungen.
Die Auswertung zeigte, dass die bisherige Studienlage keine ausreichend verlässlichen Aussagen über die Wirksamkeit von Hypnose zur Verminderung des Schweregrades einer Depression erlaubt. Ein wesentlicher Grund dafür waren methodische Schwächen zahlreicher Untersuchungen, beispielsweise eine unzureichende Kontrolle möglicher Verzerrungen.
Die Forscher fanden in den untersuchten Studien keine Hinweise auf bedeutende unerwünschte Wirkungen, betonten aber zugleich, dass bessere Studien erforderlich sind, um Wirksamkeit und Sicherheit genauer beurteilen zu können.
Für die therapeutische Praxis bedeutet dies, dass Hypnose bei Depressionen nicht als wissenschaftlich gesicherter Ersatz für etablierte Behandlungsverfahren dargestellt werden sollte. Sie kann im Rahmen eines individuellen Behandlungskonzepts als ergänzendes Verfahren betrachtet werden, etwa zur Entspannung oder zur Bearbeitung bestimmter emotionaler Belastungen.
Die Veröffentlichung von Souza und Mitarbeitern ist über PubMed zugänglich.